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Anfragen

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18.06.2018 | Verkehr und Infrastruktur

Unfälle mit älteren Autofahrern

Anfrage der Gruppe BÜRGER IN WUT in der Bürgerschaft (Landtag)


Wir fragen den Senat:
 

  1. In wie vielen Fällen waren im Zeitraum zwischen 2013 und 2017 Personen im Alter von 70 Jahren oder mehr als Autofahrer in Unfälle verwickelt und in wie viel Prozent dieser Fälle waren die Senioren die Hauptverursacher des Unfalls (bitte Zahlen getrennt nach Jahren ausweisen)?
     
  2. Wie viele Personen wurden 2017 durch Unfälle, bei denen Autofahrer ab 70 Jahren Hauptverursacher waren, verletzt oder getötet, und wie hat sich die Zahl der Opfer seit 2013 entwickelt (bitte getrennt nach Jahren sowie nach verletzten und getöteten Opfern ausweisen)?
     
  3. Welche Maßnahmen werden auf Landesebene ergriffen, um das Unfallrisiko von Senioren am Steuer zu senken, und wie bewertet der Senat die Forderung von Experten, verpflichtende Tests zur Prüfung der Fahrtüchtigkeit von Autofahrern ab 70 einzuführen?


Klaus Remkes, Jan Timke
und Gruppe BÜRGER IN WUT


Antwort des Senats (30.08.2018/Innensenator Ulrich Mäurer)

Senator Mäurer: Herr Präsident, meine sehr geehrten Damen und Herren! Für den Senat beantworte ich die Anfrage wie folgt:

Zu Frage 1.: Im Zeitraum 2013 bis 2017 ereigneten sich jährlich jeweils 2.726, 2.723, 2.872, 2. 821 und 2.985 Unfälle, in die Personen im Alter von 70 Jahren oder mehr als Autofahrer verwickelt waren. In jeweils etwa zwei Dritteln der Fälle waren die verwickelten Senioren die Hauptverursacher.

Zu Frage 2.: Im Jahr 2017 wurden 301 Personen verletzt, zwei Personen wurden getötet. Im Jahr 2016 wurden 319 Personen verletzt, eine Person wurde getötet. Im Jahr 2015 wurden 406 Personen verletzt, fünf Personen wurden getötet. Im Jahr 2014 wurden 385 Personen verletzt, drei Personen wurden getötet. Im Jahr 2013 wurden 377 Personen verletzt, zwei Personen wurden getötet.

Zu Frage 3.: Durch die Polizei werden verschiedene kostenfreie Seminare für Senioren angeboten, um sie sicherer im Straßenverkehr zu machen.

Es gibt spezialisierte Verkehrsunfallsachbearbeiter, die Verkehrsunfälle mit der Beteiligung älterer Menschen bearbeiten. Sollten Eignungsbedenken bestehen, wird ein persönliches Gespräch am Wohnort der betreffenden Person angestrebt und auf eine freiwillige Abgabe der Fahrerlaubnis hingewirkt.

In Bremerhaven können Interessierte ihren Führerschein gegen ein kostenloses Busticket tauschen. In Bremen wird derzeit unter der Überschrift „ÖPNV statt Führerschein“ ein entsprechendes Konzept mit den beteiligten Kooperationspartnern erarbeitet.

Im Januar 2017 hat der 55. Verkehrsgerichtstag festgestellt, dass es derzeit keine Datengrundlage gibt, die zweifelsfrei die Notwendigkeit für einen generellen, obligatorischen und periodischen Fahreignungstest im Alter validiert. Er hat empfohlen, Instrumente zur verbesserten Einschätzung der eigenen Fahrkompetenz zu entwickeln und diese wissenschaftlich zu evaluieren. Vorgeschlagen wird eine qualifizierte Rückmeldefahrt, deren Ergebnis ausschließlich dem Betroffenen mitgeteilt wird. Falls sich herausstellt, dass solche Instrumente auf freiwilliger Basis nur unzureichend in Anspruch genommen werden, ist die Teilnahme obligatorisch zu machen.

Bis zur Einführung möglicher Eignungstests favorisiert der Senat weiterhin die Aufklärungs- und Schulungsangebote, die intensiviert und weiterentwickelt werden müssen.

So weit die Antwort des Senats!


Videomitschnitt der Anfrage

https://www.youtube.com/watch?v=rQtez87KVkU