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16.01.2019 | Innere Sicherheit

Fahrraddiebstähle in Bremen

Anfrage der Gruppe BÜRGER IN WUT in der Stadtbürgerschaft


Wir fragen den Senat:
 

  1. Wie viele Fahrraddiebstähle wurden zwischen 2014 und 2018 in der Stadt Bremen zur Anzeige gebracht, wie viele dieser Diebstähle wurden aufgeklärt und wie hoch ist die geschätzte Dunkelziffer in diesem Deliktsbereich (bitte die Zahlen getrennt nach Jahren ausweisen)?
     
  2. In welchen Bremer Stadtteilen war die Zahl der Fahrraddiebstähle in den Jahren 2017 und 2018 besonders hoch (bitte die Zahlen für die drei jeweils am stärksten betroffe-nen Stadtteile nennen)?
     
  3. Wie viele gesicherte Stellplätze für Fahrräder und wie viele Fahrradbügel gibt es der-zeit im Stadtgebiet von Bremen, und in welchem Umfang soll dieses Angebot von Seiten des Senats in den kommenden drei Jahren ausgeweitet werden?


Klaus Remkes, Piet Leidreiter
und Gruppe BÜRGER IN WUT


Antwort des Senats (26.02.2019/Innenstaatsrat Thomas Ehmke)

Staatsrat Ehmke: Herr Präsident, meine Damen und Herren! Für den Senat beantworte ich die An-frage wie folgt:

Zu Frage 1.: Im Jahr 2014 wurden in der Stadt Bremen laut Polizeilicher Kriminalstatistik 5 984 Fahrraddiebstähle angezeigt. Die Aufklärungsquote betrug 5,4 Prozent.

Im Jahr 2015 waren es 5 710 Fälle mit einer Aufklärungsquote von 4.4 Prozent. Im Jahr 2016 waren es 5 848 Fälle mit einer Aufklärungsquote von 4,4 Prozent. Im Jahr 2017 waren es 4 901 Fälle mit einer Aufklärungsquote von 4,2 Prozent. Im Jahr 2018 waren es 6 080 Fälle mit einer Aufklärungsquote von 3,6 Prozent.

Dunkelfeldstudien über das Deliktfeld Fahrraddiebstahl sind für Bremen nicht bekannt. Dunkelfeldstudien aus Baden-Württemberg aus dem Jahr 1997, Sachsen aus dem Jahr 2012, Niedersachsen aus den Jahren 2012 und 2014 und Mecklenburg-Vorpommern aus dem Jahr 2015 gehen von einem Dunkelfeld in Höhe von circa 50 Prozent aus.

Zu Frage 2.: Eine entsprechende Auswertung liegt nicht auf Stadtteilebene, aber auf Revierebene vor, wobei die Reviergrenzen in weiten Teilen den Stadtteilgrenzen folgen. Im Jahr 2017 handelte es sich bei den drei am stärksten belasteten Revierbereichen um die Revierbereiche Innenstadt mit 685 Fällen, Walle/Findorff mit 462 Fällen sowie Neustadt mit 416 Fällen.

Im Jahr 2018 handelte es sich bei den drei am stärksten belasteten Revierbereichen um die Revierbereiche Innenstadt mit 1 335 Fällen, Walle/Findorff mit 728 Fällen sowie Neustadt mit 630 Fällen.

Zu Frage 3.: Fahrradstellplätze werden von Privaten, von staatlichen Trägern, wie zum Beispiel Bildungseinrichtungen und der öffentlichen Hand im öffentlichen Straßenraum aufgestellt. Die Ge-samtzahl ist nicht bekannt.

In einem vom Senator für Umwelt, Bau und Verkehr beauftragten Gutachten „Fahrradparken in Bremen“ wurden für das Jahr 2013 10 100 öffentliche Abstellmöglichkeiten für Fahrräder in zentralen Bereichen und an wichtigen Zielen des Radverkehrs in der Stadtgemeinde Bremen erfasst, davon 3 600 in der Innenstadt. Die circa 1 700 gebührenpflichtigen Stellplätze in der Radstation am Bremer Hauptbahnhof sind hierin nicht enthalten. Nicht enthalten waren auch die Bike-and-ride-Plätze an den Bahnhöfen, diese wurden gesondert vom Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen erhoben.

Im Jahr 2014 wurden etwa 600 neue Abstellplätze in den genannten Bereichen mit hoher Nachfrage geschaffen. Darüber hinaus wurde das Bike-and-ride-Angebot an hochfrequentierten Bahnhöfen und Haltepunkten des ÖPNV erweitert. Es wurden teilweise auch die vorherigen Vorderradhalterun-gen durch Fahrradanlehnbügel ersetzt, die einen verbesserten Diebstahlschutz bieten. In der Alt-stadt hat die BREPARK darüber hinaus Anfang des Jahres 2018 ein Fahrradparkhaus mit 90 Plätzen, davon 42 in abschließbaren Fahrradgaragen, am Standort Violenstraße eröffnet.

Im Zuge der weiteren Entwicklung der Stadt Bre-men werden die Standorte im Stadtgebiet fortlau-fend überprüft und angepasst. Dabei werden auch zusätzliche öffentliche und private Fahrradstell-plätze gemäß dem Stellplatzortsgesetz geschaffen.Die in Bremen aufgestellten Fahrradbügel gewährleisten einen hohen Diebstahlschutz, da sowohl die beiden Laufräder eines Fahrrades als auch der Rahmen angeschlossen werden können. Zunehmend kommen bei den Bike-and-ride-Stationen auch Fahrradschließboxen und Fahrradsammelgaragen mit noch weiter gehendem Diebstahlschutz zum Einsatz.

So weit die Antwort des Senats!

Abgeordneter Remkes (BIW): Gibt es für das Deliktfeld Fahrraddiebstähle bei einer Aufklärungs-quote von rund vier bis fünf Prozent in der Zukunft Möglichkeiten zur Verbesserung?

Abgeordneter Remkes (BIW): Gibt es für das Deliktfeld Fahrraddiebstähle bei einer Aufklärungsquote von rund vier bis fünf Prozent in der Zukunft Möglichkeiten zur Verbesserung?

Staatsrat Ehmke: Das ist ausgesprochen schwierig, weil die Aufklärungsquote in der Tat ja im Wesentlichen dann zustande kommt – von Zufallstreffern jetzt einmal abgesehen –, wenn Lager ausgehoben werden, die Schlussfolgerungen auf einen Täter zulassen. Sonst ist das ausgesprochen schwierig.